CDU stellt drei von zehn Stadträtinnen/Stadträten

Drei von zehn Stadträtinnen und Stadträten stellt die CDU

Jürgen Strempel als Ersten Stadtrat sowie Corinna Bosch und Sascha Schmittel

In der Stadt bestens vernetzt - Taunuszeitung vom 18.5.21

Jürgen Strempel (CDU) ist jetzt stellvertretender Bürgermeister

Jürgen Strempel ist seit 20 Jahren im Gemeindevorstand und Magistrat, jetzt geht er in eine neue Amtszeit - diesmal als Erster Stadtrat. foto: saltenberger
Der Gentleman genießt und schweigt, heißt es. Ob es allerdings immer der pure Genuss ist, den städtischen Gremien beim Debattieren zuzuhören, ist so eine Frage. Jürgen Strempel ist fast in jeder Stadtverordneten- oder Ausschuss-Sitzung dabei, doch in Debatten greift er nicht ein.
Das bringt sein Amt so mit sich, denn als Mitglied des Magistrats ist er zum Schweigen verpflichtet. Gelegenheiten, das Wort zu ergreifen, gibt es dennoch genug, denn Strempel ist künftig Erster Stadtrat und damit stellvertretender Bürgermeister und wird Thomas Pauli (SPD), wenn dieser einmal keine Zeit hat, auf Terminen ersetzen.
20 Jahre gehört Strempel dem politischen Verwaltungsgremium schon an, und alleine das ist eine bemerkenswerte Leistung, denn es ist ein reines Ehrenamt. Eines jedoch mit viel Verantwortung, denn der Magistrat ist bekanntlich das juristisch verantwortliche Organ der Gebietskörperschaft, das zwar den politischen Weisungen der Stadtverordneten verpflichtet, aber das letztliche Entscheidungsgremium ist.
Politisches Zuhause
Der gebürtige Berliner kam 1997 nach Neu-Anspach und hat hier auch politisch gleich ein Zuhause gefunden. Für die CDU engagierte er sich fast vom ersten Tag und die schickte ihn 2001 in das oberste Gremium, das damals noch der Gemeindevorstand war. Und jetzt geht er in seine fünfte Wahlperiode beziehungsweise in das exekutive kommunale Gremium. Diesmal ist er der Primus der ehrenamtlichen Stadträte.
"Bisher habe ich unter Gerd Hillen, inklusive Wiederwahl, Klaus Hoffmann und Thomas Pauli als Bürgermeister gearbeitet", erzählt der Anspacher und sein Fazit fällt "gentlemanlike" aus: "Innerhalb des Gemeindevorstands und des Magistrats haben wir immer vertrauensvoll zusammengearbeitet." Denn, so Strempel weiter: "Im Magistrat zählt keine Parteipolitik, sondern es geht um das Wohl der Stadt und seiner Bürgerinnen und Bürger."
Beträchtliches Pensum
Das Pensum der ehrenamtlichen Stadträte ist beträchtlich, denn neben den regelmäßigen Magistratssitzungen kommen noch Sondersitzungen, beispielsweise die Haushaltsklausur, dazu. Außerdem sind die Stadträte gehalten, an den Ausschusssitzungen teilzunehmen, und die Stadtverordnetenversammlung gehören natürlich ebenfalls zu den Pflichtveranstaltungen - allerdings jeweils, trotz profundem Hintergrundwissen, ohne Rederecht für das Kollegialorgan Magistrat.
Der neue Erste Stadtrat, Nachfolger von Professor Gerriet Müller (b-now), ist in der Kleeblattstadt über Parteigrenzen hinweg gut vernetzt und nicht nur ein geschätzter Politiker, sondern auch ein bekannter Mitbürger und beliebtes Vereinsmitglied. Auf öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt ist der gesellige Bürger mit der Berliner Schnauze und der Tendenz zum Business-Look als zur Freizeithose gerne unterwegs.
Aber beim regelmäßigen Boulespielen krempelt er die Ärmel hoch und blendet die Politik aus. Gemeinsam mit Gattin Silke Jeltsch-Strempel organisiert er auch das Boule-Turnier auf der Anlage am Festplatz. Diese ist ein Projekt des Vereins zur Förderung der internationalen Beziehungen, kurz Partnerschaftsverein. Auch hier ist er ein Motor, dessen Engagement geschätzt wird, und man darf ihn getrost zum Neu-Anspacher Botschafter in der österreichischen Partnergemeinde Thalgau bezeichnen, wo er die Stadt unter anderem zum Weihnachtsmarkt vertritt. Auch die anderen Partnerstädte, Sentjur in Slowenien und Saint-Florent-sur-Cher in Frankreich, besucht er gerne. Auch im Obst- und Gartenbauverein sowie in der Vogel- und Naturschutzgruppe gehört Strempel zu den treuen Mitgliedern.
Zurück zum "Job" als Stadtrat: Die Probleme der Stadt seien manchmal schon mehr als eine Herausforderung, aber Momente, das Handtuch zu werfen, habe es für ihn noch nicht gegeben, sagt Strempel. "Im Gegenteil, dann erst recht", laute seine Devise in brenzligen Situationen. Der 65-Jährige bringt insgesamt 49 Berufsjahre, davon 41 bei einer "großen deutschen Bank", wie er sagt, mit und kennt sich besonders in der Sparte Aktiengesellschaften aus. Neu-Anspach jedoch ist wahrlich keine Aktiengesellschaft, aber dennoch setzt sich Strempel jetzt als Erster Stadtrat noch engagierter dafür ein, dass im übertragenen Sinne die Aktien der Stadt wieder steigen: "Der Haushalt liegt mir besonders am Herzen. Es geht darum, Einsparmöglichkeiten zu finden, die Einnahmen zu erhöhen und dabei den Bürger nicht weiter zu belasten." Das hört sich zwar an wie die Quadratur des Kreises, aber er ist optimistisch, dass mit den neu sortierten politischen und vereinten Kräften "die Aktien langfristig steigen".
Artikel und Foto: Frank Saltenberger

Birger Strutz führt die CDU-Fraktion

3. April 2021, NEU-ANSPACH - Elf Christdemokraten sitzen in der Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl hat die Karten neu gemischt. Am 22. April kommt die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten und konstituierenden Sitzung zusammen. Dann sitzen auch elf Kandidaten der CDU an den Tischen und bilden die größte Fraktion.
Diese hat jetzt erst einmal intern getagt und personelle Vorentscheidungen getroffen, denn bei der Besetzung der Ämter hat die Stavo das letzte Wort. Fest steht allerdings, dass Birger Strutz auch weiterhin die CDU-Fraktion anführen wird.
Fest steht auch, dass die Christdemokraten ihren bisherigen Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino erneut für dieses Amt vorschlagen und da sie die größte Fraktion bilden, haben sie auch ein erstes Zugriffsrecht. Als erster Stellvertreter wird die CDU-Fraktion ihren Ortsverbandsvorsitzenden Uwe Kraft vorschlagen. Vorentscheidungen sind auch in Bezug auf den Magistrat gefallen, wo der CDU drei Sitze zustehen.
Da die letzten Wochen bereits gezeigt hatten, dass Sven Urban, der mit der Wahl zwar in die Stavo eingerückt war, sein Amt wegen beruflicher Aufgaben, er ist für das DRK und Pandemie-Bekämpfung praktisch im Dauereinsatz, nicht annehmen kann, war der Weg für insgesamt vier Nachrücker der Liste frei.
So schlägt die CDU ihren bisherigen Stadtrat Jürgen Strempel erneut für das Gremium vor und da sie als stärkste Fraktion auch ein Vorrecht hat, den Ersten Stadtrat zu stellen, wird er dieses wohl auch bekommen, so es das Verwaltungsgremium bestätigt. Eine Überraschung für externe Betrachter dürfte es sein, dass zum einen die im Parlament bisher stark engagierte Corinna Bosch als Stadträtin ins Rennen geht, sowie der parlamentarische Neuling Sascha Schmittel.
Als Nachrücker vervollständigen dann Jan Muschter und Cornelius Linden die Fraktion und mit Charlotte Stöckl bekommt die Fraktionsarbeit so einen starken Schub aus der Jungen Union.
Damit paart sich frischer Wind mit Erfahrung, denn mit Reinhard Gemander und Guntram Löffler sind nach wie vor zwei Routiniers im Boot, nicht zu vergessen die parteilose Ulrike Bolz sowie als Rückkehrer Klaus Hoffmann.
Bolz gilt als Finanzexpertin der Fraktion und war bereits Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, über die Besetzung der Ausschüsse werde erst nach der amtlichen Feststellung der Nachrücker entschieden, teilte die Fraktion mit.
Ob es bei der bisherigen Anzahl der Ausschüsse bleibt, ist noch offen. Wie der alte und vermutlich neue Stadtverordnetenvorsteher andeutete, werde seine Fraktion beantragen, den TULFA den Ausschuss für Tourismus, Umwelt, Landwirtschaft und Forst wieder einzurichten. "Dass ein solcher Ausschuss notwendig ist, zeigt uns doch gerade der Zustand des Waldes", so Holger Bellino.

Frank Saltenberger, Taunus Zeitung


52 geschulte Helfer schaffen 800 und mehr Untersuchungen pro Tag

CDU-Delegation besucht Schnelltest-Zentrum der Glocken-Apotheke und erfährt Hintergründe zur Strategie
Text und Bild: Frank Saltenberger, Taunuszeitung vom 8.4.21

Dr. Schamim Eckert erläutert der CDU-Delegation den Ablauf im Testzentrum im Jugendhaus.

Stammtische gelten nicht gerade als Orte fein geschliffener Rhetorik und diplomatischer Äußerungen, sondern eher als solche, wo ungeschminkt Tacheles geredet wird. Stammtische allerdings sind inzwischen ein Covid-Anachronismus und sind schon längst zu einem Netz-Format mutiert.
Die Tuchfühlung fehlt, der verbale Nahkampf auch. Aber es hat auch etwas Gutes, denn wildes Durcheinanderreden macht sich hier nicht gut, stattdessen ist strukturierter Gedankenaustausche möglich und bringt dennoch fruchtbare Stammtischideen hervor.
"Das ist an unserem Online-Stammtisch entstanden", sagte Holger Bellino jetzt, als er sich zusammen mit einer CDU-Delegation die Neu-Anspacher Corona-Teststation im Jugendhaus anschaute. Im Februar war es, als die CDU zum Online-Stammtisch zum Thema "Gewerbe in der Corona-Zeit" einlud und dazu gezielt Links an Vertreter aus verschiedenen Branchen der Wirtschaft verschickte, unter anderem an den Vorsitzenden des Gewerbevereins Heinz Weidner, aber auch an Bänker, Dienstleister und andere.
Darunter auch an die Apothekerin Dr. Schamim Eckert von der Anspacher Glocken-Apotheke. Das Thema Schnelltest wurde angesprochen und wirkte nach. Die Apothekerin hat inzwischen ein leistungsstarkes lokales Testzentrum im Jugendhaus eingerichtet, das wegen der Pandemie für Jugendliche geschlossen ist. "Der VzF Taunus hat uns sehr unterstützt", so Eckert mit Dank an die Adresse von Karin Birk-Lemper, Leiterin des zum Gebäudekomplex gehörenden VzF-Kindergartens.
Mitte März wurde mit dem Testen begonnen, und der Ansturm war auf Anhieb groß. In einem der großen Aufenthaltsräume wurden drei Teststationen aufgebaut und von montags bis samstags getestet, auch am Samstag vor Ostern gab es das Angebot für jedermann. Denn wie Eckert weiter erklärte, kommen die Menschen auch aus den Nachbarkommunen oder sogar aus Nachbarkreisen.
"Inzwischen haben wir noch einen weiteren Raum dazu genommen", informierte die Apothekerin die Besucher aus der Politik mit und erläuterte den Ablauf und die Organisation, die dahintersteckt. In zwei Schichten werde inzwischen gearbeitet. Das Team ist von 30 auf 52 geschulte Helfer angewachsen, alle geimpft, mit Astrazeneca.
"Alle haben einen Arbeitsvertrag", war eine weitere Information, die einen Einblick in den organisatorischen Aufwand liefert. Wichtig zur Bekämpfung der Pandemie sei, dass neben dem Impfen möglichst viel getestet werde. Rund 800 oder mehr Tests schaffe das Jugendhaus-Team am Tag und dass die Testungen Sinn ergeben, zeigt sich mit dem Befund, dass etwa 10 Prozent positiv Getestete herausgefischt werden. "Es waren auch schon einmal 14 bis 16", so Prof. Dr. Gunter Eckert, Pharmakologe im Apotheken-Team.
Die Öffnungszeiten der Teststation sind montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr. Eine Terminvereinbarung wird empfohlen, aber es geht auch ohne. Ausführliche Informationen des kostenfreien Antigen -Tests finden sich auf der Webseite der Glocken-Apotheke: www.apotheke-in-neu-anspach.deDie Corona-Teststation (Jugendhaus) befindet sich in der Gustav-Heinemann-Straße 9.
Frank Saltenberger

Das Ergebnis der Kommunalwahl steht fest. Wir danken allen Wählerinnen und Wähler für Ihr Vertrauen.